Jonathan’s Blog

Hartnäckiger Fehler beim Bundeswahlleiter

Geschrieben am | 27. April 2012 | Keine Kommentare

Ich habe gerade zur Vorbereitung des Sowi-Unterrichts auf der Seite vom Bundeswahlleiter die Daten zur Bundestagswahl 2005 angeschaut, und die dortigen Zahlen zur Weiterverarbeitung und Analyse in eine Excel-Tabelle übernommen.
Merkwürdigerweise passten dort die Zahlen kein Stück, die Gesamtsummer der Wählerstimmen und insbesondere die Prozentwerte stimmten nicht überein. Nach einiger Recherche ist mir dann aufgefallen, dass das Zweitstimmenergebnis der SPD in absoluten Zahlen 16.194.665 statt 18.194.665 sein müsste.
Ich habe also eben beim Büro des Bundeswahlleiters angerufen (ja, da erreicht man um diese Uhrzeit noch jemanden!) und den Fehler mitgeteilt. Jetzt, zwei Minuten später, ist er korrigiert. Es muss also nicht alles so lange dauern, wie Sonnenbrillen bei der Bundeswehr zu bestellen.

Was mich ein wenig wundert: die falsche Zahl müsste dort theoretisch seit 7 Jahren gestanden haben, seitdem hat sich an denen ja nichts mehr geändert. Ich denke nur, irgendjemandem hätte das auffallen müssen.

JQuery Tools: verschachtelte Divs in Tabs

Geschrieben am | 26. April 2012 | Keine Kommentare

JQuery Tools bietet für die ein oder andere geläufige Anwendung wie Tabs ein paar nette Workarounds, unter anderem Tabs. Leider werden verschachtelte divs im Tabinhalt schlicht nicht angezeigt. Der Workaround hat mich zwar “nur” eine halbe Stunde gekostet, aber was wirklich schlimm an der Sache ist:
Das “Problem” ist seit Juni 2009 bekannt und kann (zumindest mit der aktuellen JQuery Tool – Version) durch löschen der unnötigen Zeile display: none; für den CSS-Selector .css-panes div gelöst werden.
Insofern ist es schon armselig, dass nach wie vor diese dämliche Demo online steht und mehreren Menschen Stunden an Arbeitszeit klaut.

Kritik an der Piratenpartei – “Lobbypartei toxischer Kräfte”

Geschrieben am | 5. April 2012 | Keine Kommentare

Ich bin heute über Umwege auf eine Seite von Cicero online gestoßen, auf der in einem Interview (Meyers Monolog) nicht zu knapp über die Piraten hergezogen wird. Der Monologführer ist der Meinung, es sei “keine Frage des Alters”, wenn man die Piratenpartei nicht versteht. Man müsse die Dinge nur “intellektuell durchdringen” – woran er ohne Zweifel scheitert.
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Benzinpreisdebatte führt am eigentlichen Problem vorbei

Geschrieben am | 27. März 2012 | Keine Kommentare

Bei den aktuellen Benzinpreisen, die sich Ostern vermutlich in einem Allzeithoch niederschlagen werden, war es nur eine Frage der Zeit, bis der erste Sender einen ADAC-Sprecher vor die Kamera zerrt, der die übliche & altbekannte Verschwörungstheorie über Tankstellen & Mineralölkonzerne abspult. Sicherlich widerspricht die Preisfestlegung der Tankstellen normalen ökonomischen Mechanismen (das morgendliche rauf und abendliche runter der Spritpreise ist eine Form der [zeitlichen] Preisdifferenzierung zur Gewinnoptimierung) und dient dem Wirtschaftszweig und nicht dem Endverbraucher.
Trotzdem sollte sich die Debatte nicht darum drehen, ob die Preise vielleicht einige Cent höher sind, als sie müssten.
Wie seit Jahrzehnten allgemein bekannt ist, wächst Erdöl weder auf Bäumen noch auf anderen Wegen nach. [als Hintergrundinformation zu empfehlen: Peak oil - Studie der Bundeswehr] Was sich jedoch schon schnell bemerkbar machen wird, ist die Tatsache, dass wir die maximale Erdölfördermenge (peak oil) bereits erreicht haben oder in Kürze erreichen werden. D.h., dass der Bedarf demnächst einem stetig sinkenden Angebot gegenüberstehen wird, was sich zwangsläufig in steigenden Preisen äußern wird. Ziel kann es also nur sein, den Verbrauch schon kurzfristig nennenswert zu reduzieren und fossile Energieträger mittelfristig zu ersetzen.
Die große Frage ist natürlich, wie das zu schaffen ist. Die eine Antwort darauf gibt es nicht, aber folgende Punkte gehören dazu:

  • Energieeffiziente Fahrzeuge entwickeln und bezahlbar machen
  • finanzielle (oder andere: Schweden: “grüne” Autos parken gratis) Anreize für den Erwerb setzen
  • Alternative Energieformen weiterentwickeln
  • last but not least: wenn möglich, Auto mal stehen lassen

Was nicht hilft:

  • meckern

Windows 7: Drahtlosnetzwerkverbindung doppelt als Heimnetzwerk und Arbeitsplatznetzwerk – keine Internetverbindung

Geschrieben am | 12. Januar 2012 | Keine Kommentare

Problem:

Unter Verwendung von Windows 7 kann es passieren, dass sich der Computer doppelt in ein und dasselbe Netz einbucht. Dieses wird dann im Netzwerk- und Freigabecenter einmal als Heimnetzwerk und einmal als Arbeitsplatznetzwerk angegeben. Nur offensichtlich – und eigentlich auch nachvollziehbar – bringt das Probleme mit sich, in meinem Fall lautet die Statusmeldung stets “kein Internetzugriff”. Besteht das beschriebene Problem, ist es im folgenden egal, welche WLAN-Netzwerke man benutzen möchte, der Zugriff ist dann nirgends möglich.

Lösungen:
Beim erstmaligen auftreten konnte ich eine Lösung finden, die darin bestand, in der Registry die Einträge im Ordner “wpad” zu löschen. Was auch immer die im Detail speichern mag man vielleicht in der Wikipedia nachlesen. Hat beim ersten Mal geholfen, heute nicht.

Update I: nicht identifiziertes Netzwerk – kein Netzwerkzugriff
Zu früh gefreut: es ist wieder passiert, mit zwischenzeitlich zwei “nicht identifizierten Netzwerken”, die oben beschriebenen Wege haben mich nicht weiter geführt. Diesmal (oder muss ich sagen “für den moment”) hat es die Deaktivierung des “Dienst bonjour” getan. Mal sehen, wie lange das hält :-)
Das Problem dürfte grundsätzlich gar nicht auftreten können, da eine WLAN-Karte sich grundsätzlich nur in ein Netz gleichzeitig einbuchen kann. Unter (wahrscheinlich auch “ab”) Windows 7 existiert jedoch ein sogenannter Microsoft Virtual WiFi Miniport Adapter, ich denke die Bezeichnung erklärt sich selbst. Eine Deinstallation des Geräts ist müßig, da Windows es dann einfach wieder neu installiert. Ich hab den virtuellen Adapter dann einfach deaktiviert, ein Neustart hat dann anschließend das Problem behoben.
Update II: nicht identifiziertes Netzwerk – kein Netzwerkzugriff
Das Problem ist mittlerweile behoben, ich habe das Problem aber nicht selber gelöst und habe auch keine Ahnung, woran es jetzt lag…

Troy Davis

Geschrieben am | 22. September 2011 | Keine Kommentare

Heute wurde Troy Davis hingerichtet. Das Menschen nach wie vor glauben, es wäre zu rechtfertigen sich gegenseitig zu töten, ist allein für sich schon schlimm genug. In diesem Fall macht mich jedoch besonders betrübt und wütend, dass denkwürdig solide Hinweise aufgetaucht sind, dass heute ein unschuldiger Mensch nach Jahrzehnten Freiheitsentzug ums Leben gebracht wurde. Am Tatort wurden keine DNA-Spuren oder ähnliche Hinweise auf Davis gefunden, ebensowenig wie die Tatwaffe. Noch erschütternder: 7 von 9 Zeugen haben ihre Aussage zurückgezogen, nach der sie Davis als Täter erkennen konnten – unter Hinweis darauf , dass Druck von Seiten der Polizei auf die Zeugen ausgeübt worden sei.

Kursios an dem Fall ist ein wenig, dass gerade die Befürworter der Todesstrafe sich teils sehr entschieden dagegen ausgesprochen haben, diese im Fall Davis zu vollstrecken: die Befürchtung lag nahe, dass ein offensichtlicher Fall von Justizirrtum (was noch beschönigt ist!) mit Todesstrafe als Folge jene als legitimes Instrument diskreditieren würde.
Ich hoffe so ist es, und das weitere Länder auf dieses Menschen- und Lebensverachtende Instrument ganz verzichten – so wäre ein Menschenleben nicht ganz so sinnlos verloren.

Simyo: bitte wechseln Sie Ihren Anbieter

Geschrieben am | 20. September 2011 | Keine Kommentare

oder Wie vergraule ich meine Kunden?
Nachdem ich mich schon in letzter Zeit über Unitymedia und die miese neue Website geärgert habe demonstriert Simyo, wie man es eine ganze Ecke schlechter machen kann.

Nachdem die Lastschrift von Simyo von meiner Bank zurückgewiesen wurde passierte folgendes:

  • Sperrung der SIM-Karte: das Handy ist tot, denn nicht einmal eingehende Anrufe möglich!
  • Rücklastschriftgebühren in Höhe von 15 Euro – man könnte denken, wir bewegen uns in dieser Höhe im Bereich von Wucher
  • Simyo sperrt den Online-Zugriff auf mein Vertrags-Konto (damit kein Zugriff auf Rechnungen, EVN, etc.)

Da kann man nur eins sagen: Ich kündige! So sehr hat mich ja bislang noch kaum ein Unternehmen rausgeekelt.

Kundenbereich “Mein Unitymedia” – Kontakt unerwünscht?

Geschrieben am | 18. August 2011 | Keine Kommentare

Unitymedia bietet Kino auf Abruf an, dass ich letztens mal testen wollte, da ich ohnehin als Neukunde und als Entschädigung für einige technische Probleme zwei Filme frei habe. Um den Service nutzen zu können benötigt man eine PIN, was auch sinnvoll ist, damit keiner unbefugt für andere Leute Filme bestellen kann. Interessanterweise habe ich in meinen Unitymedia-Unterlagen keine solche PIN vorgefunden, und auch eine kleine “Merkhilfe” mit wichtigen Nummern (u.a. Jugendschutz-PIN) enthält zwar ein Feld “Kino auf Abruf”, dieses ist jedoch leer.
Ich habe mich also daraufhin bemüht, um eine PIN zu bitten, die man jedoch nur auf dem Postweg bekommen kann. Ich habe eine Email an kundenservice@unitymedia.de geschrieben, da ein bequemerer Weg nicht gewünscht und/oder zugelassen wird. Normalerweise kenne ich es so, dass wenn ich als Kunde einer Firma dieser eine Mitteilung zukommen lassen möchte, dass ich mich auf der Internetseite im Kundenbereich einlogge (sofern vorhanden) und ein entsprechendes Formular ausfülle – dort gebe ich dann ggf. an, um welche Art der Anfrage es sich handelt. Ich sehe hier Vorteile für mich (ich muss nicht alle meine Daten eingeben, da diese im Kundenbereich vorhanden sind) und die Firma kann entsprechend schnell auf meine Daten und alle Geschäftsvorgänge zugreifen.
Bei Unitymedia sieht das momentan aber so aus:

Kontaktformular gibt es nicht für Bestandskunden

kein einfaches Kontaktformular für Bestandskunden?


Ein Kontaktformular gibt es, aber das soll ich als Bestandskunde nicht benutzen. Kein Problem, ich habe eh keine Lust, meine kompletten Daten alle überflüssigerweise einzeln einzutippen!
Aber da gibt es ja einen Hinweis: “loggen Sie sich bitte im online Kundenservice ein”. Aha. Ja. Äh… Ein unauffälliger Blick nach rechts deutet mit an: ich bin eingeloggt! Oder hab ich meine Seiten jahrelang falsch programmiert?! Aber vielleicht ist der “online Kundenservice” ja eine gänzlich andere, mysteriöse Seite???
Wir nähern uns einer Aufklärung:
Kundenportal - Kundenbereich - Mein Unitymedia

Kundenportal - Kundenbereich - Mein Unitymedia - was denn nun?


Hier finden wir auf jeden Fall einige Highlights: eine doppelte horizontale Navigation, wo es einmal ein Kundenportal und einmal einen Kundenbereich gibt, und dort kann man sich für “Mein Unitymedia” einloggen. Kann ich? Bin ich nicht? Doch? Wie oft denn gleichzeitig? Oder soll es vielleicht nicht “umgezogen” sondern “unbekannt verzogen” heißen?
Nun, lassen wir das. Ich habe vermutet, dass es bei der Seitenumstellung ein Problem mit gecachten alten Inhalten gibt, das hat sich jedoch nicht bestätigt. Die Seite ist also wahrscheinlich schlichtweg mies gemacht.
Auf die Startseite von “Mein Unitymedia” komme ich jedenfalls, nur dass es dort unter Kontakt wieder nur die Möglichkeiten “Kontaktformular” (aber nicht für Bestandskunden) und “Email schreiben” gibt. In dem Zusammenhang frage ich mich auch, wie sinnvoll ein Kontaktformular für technische Störungen sein kann, dass (auch) für Nicht-Kunden gedacht ist: wann sollte ich als Nicht-Kunde Unitymedia wegen einer technischen Störung kontaktieren wollen???

Auf meine Email vom 07.08.habe ich (wahrscheinlich um das schlechte Bild zu unterstreichen) bis heute keine Antwort erhalten.

US-Kongress zum Libyen Einsatz

Geschrieben am | 25. Juni 2011 | Keine Kommentare

Der amerikanische Kongress hat eine Genehmigung des amerikanischen Engagements im Libyen-Einsatz für ein weiteres Jahr abgelehnt, auch mit vielen Stimmen der Demokraten. Hintergrund ist unter anderem die Verärgerung, dass Präsident Obama den Einsatz im Vorfeld nicht vom Kongress beschließen ließ – dies ist für Einsätze von bis zu 60 Tagen auch nicht erforderlich, jedoch sind diese bereits im Mai abgelaufen.
Obama rechtfertigt die Situation damit, dass der Militäreinsatz nicht als “Kampfhandlung” anzusehen sei – dies ist natürlich ziemlich lächerlich und kann höchstens auf einer sehr widersinnigen Definition einer “Kampfhandlung” beruhen.
So sehr man in diesem Fall den “parlamentarischen Denkzettel” begrüßen muss, frage ich mich nur, welche Folgen dieser haben wird. Ein Rückzug Amerikas aus dem Einsatz bedeutet höchstwahrscheinlich, der NATO ihr Standbein wegzuziehen. Ich habe sowieso das Gefühl, dass auf dem Verhandlungsweg zu wenig getan wird – vielleicht ist es ja eine Chance, hoffentlich aber kein falsches Signal an Gaddafi!

Schwarz-gelbes Steuer-Chaos

Geschrieben am | 23. Juni 2011 | Keine Kommentare

Als ich gerade zu der neuerlichen Idee von Steuersenkungen der schwarz-gelben Bundesregierung schreiben wollte, habe ich gesehen, dass es dazu noch einen Entwurf von Anfang 2010 gab, den ich hiermit veröffentliche:

Ich gestehe: mit ein wenig Schadenfreude schaue ich mir bisweilen den meiner Meinung nach schön verstolperten Start (nicht das sich nach dem Start etwas gebessert hätte) der Bundesregierung mit CDU/CSU und der FDP an. Allein tragisch daran: wie soll man sich ernsthaft darüber freuen, dass die Regierung das Steuer nicht fest im Griff hat, wenn das ganze Land darunter leidet?
Denn weder das Steuer, noch die Steuer hat die Koalition im Griff. Großspurig wurden Steuersenkungen versprochen – selbst von den schwarz-gelb-Wählern glaubte daran aber bei Stimmabgabe nicht einmal jeder zehnte. Mich wundert das nicht. Nach der Bundestagswahl beginnt nämlich der zweite Schritt: nachdenken über die Finanzierung der Steuersenkungen. Darüber schien man sich nicht sehr viele Gedanken gemacht zu haben. Geld dafür ist meiner Meinung nach nicht da, und eine Selbstfinanzierung über einen Anstieg des Konsums und steigendes Wirtschaftswachstum… – Zweifel daran bleiben. Am ehesten freuen würde ich mich, als Freund der feinen Ironie, darüber, dass die Steuersenkungen durch Steuererhöhungen finanziert würden. Aber halt! So dumm, wie das vielleicht im ersten Moment klingen mag, ist es nicht. Mittlerweile zahlenmäßig relevante Teile der Bevölkerung zahlen aus verschiedenen Gründen keine Einkommensteuern mehr, was nicht nur ein Problem finanzieller, sondern auch solidarischer Natur ist. Die Rede ist dabei nicht von Geringverdienern.

Sturheit statt Mehrheit

Besonders beeindruckend finde ich die Sturheit von schwarz-gelb, gegen die Empfehlung von befragten Experten eine steuerliche Begünstigung für Hoteliers einzuführen (bis heute weiß wahrscheinlich immer noch keiner was das sollte) und Steuersenkungen gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung durchzusetzen. Wie muss ein Staatshaushalt aussehen, dass die Bürger freiwillig das Steuerniveau halten möchten? Wir haben sogenannte Finanzexperten in der Politik, aber in diesem Fall scheint mir der brave Max Mustermann einen Schritt weiter denken zu können. Nicht einmal jeder zweite FDP-Anhänger befürwortet Steuersenkungen, dabei ist bei diesen der Wert noch am höchsten. Grund für diese Einstellung könnte sein, dass die Finanzkrise noch nicht bewältigt ist, und dies vielen bewusst ist. Eine finanzielle Verschlechterung des Staates scheint daher inakzeptabel.
Aller Schadenfreude zum Trotz wünsche ich der (halbwegs) neuen Bundesregierung für 2010 und folgende Jahre ein besseres Fingerspitzengefühl und mehr Sinn für soziale Gerechtigkeit. Wenn Sie ein Hotel besitzen: es tut mir leid, aber ich finde einfach bei Ihnen ist das Geld nicht optimal aufgehoben…

Faszinierend daran ist, dass der Artikel heute genauso aktuell ist wie vor 1 1/2 Jahren, wenn man vielleicht den Teil “die Finanzkrise ist noch nicht bewältigt” für Deutschland ein wenig relativiert. Die konjunkturelle Lage sowie die Höhe der Steuereinnahmen bietet für Deutschland zur Zeit wohl einen gewissen Handlungsspielraum, der leider altbekannte Fehlschlüsse nach sich zieht. Schon klar, wir leben in einer Zeit, in der ein Fondsmanager Boni erhalten kann, wenn er weniger Verluste als ein Vergleichsindex hinnehmen muss, aber auf der anderen Seite regt sich doch die Vernunft und breitet sich die Erkenntnis aus, dass Geld ausgeben, das man nicht hat, auf Dauer teuer wird: aufgrund jahrelanger Defizithaushalte und damit angestiegenen Schulden und Zinslasten muss hier gehandelt werden – weiß man selbst innerhalb der Regierungsparteien. Die Bundesbürger haben das schon länger verstanden, auch heute dürfte es keine Mehrheit der Bürger für Steuersenkungen geben.

Ich möchte an dieser Stelle mal einen Blick in den Bundeshaushalt und die Schuldensituation Deutschlands werfen:

  • Schulden des Bunds 2011: 1.107 Mrd. Euro,
  • Volumen des Bundeshaushalts 2011: 307,4 Mrd. Euro,
  • davon Zinszahlungen für Kredite: 38,1 Mrd. Euro
  • Nettokreditaufnahme 2011: 57,5 Mrd. Euro

Selbst bei einem ausgeglichenen Haushalt müssten wir also dennoch in Zukunft jährlich 38 Mrd. Euro für Zinszahlungen verpulvern. Auch interessant der Haushaltsplan / Finanzplan der Bundesregierung für 2010 – 2014 mit Blick auf Seite 11: bei einer beständig sinkenden Neuverschuldung erreichen wir 2013 eine Nettoneuverschuldung von 31,6 Mrd. Euro. Was aber heißt das? Angenommen, es kommt so, dann nehmen wir im Jahr 2013 diese 31,6 Mrd. Euro neue Schulden alleine aus dem Grund auf, um Zinsen für unsere alten Schulden zahlen zu können! Anders ausgedrückt: ohne Zinszahlungen könnten wir 2013 einen positiven Haushalt haben! Tatsächlich aber sieht die Realität anders aus, im übrigen steigen die jährlichen Zinszahlungen bis 2014 auch auf 48,1 Mrd. an…
Mit Zinszahlungen ist der ausgeglichene Haushalt jedoch auch bei unterstellter gleichmäßig positiver Entwicklung noch ein paar Jahre entfernt, und diese anzunehmen ist vielleicht nicht besonders realistisch. Die Entwicklung des Haushaltsvolumens hat sich in den letzten Jahren stets deutlich nach oben bewegt, ich zweifle dass die angepeilte Fixierung auf ca. 301 Mrd. so Bestand haben wird, man bedenke hier, dass das Geld inflationsbedingt jährlich an Wert verliert.

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